Open Doors: Politik ist in der Handlungspflicht

Weltverfolgungsindex 2016 veröffentlicht

Aktuell werden weltweit mehr als 100 Millionen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt und müssen mit Folter, Unterdrückung und sogar der Todesstrafe rechnen. Besonders schlimme Zustände herrschen in Nordkorea; entsprechend führt das kommunistisch diktierte Land zum 14. Mal in Folge (!) den Weltverfolgungsindex an, der vom christlichen Hilfswerk Open Doors am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Verfolgung und Morde an Christen nehmen immer weiter zu

Im Weltverfolgungsindex wird jedes Jahr analysiert, in welchen 50 Ländern Christen unter einer besonders starken Bedrohung zu leiden haben. Eine erschreckende Erkenntnis vorab: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Menschen, die aufgrund ihres christlichen Glaubens ihr Leben lassen mussten, nahezu verdoppelt.

Für den aktuellen Bericht wurden 7.100 Christen, die aufgrund ihres Glaubens getötet wurden, erfasst. Im Zeitraum des Vorjahres belief sich die Zahl der Todesopfer noch auf 4.344. Darüber hinaus ist auch die Zahl der tätlichen Angriffe auf Kirchen im Vergleich zum Vorjahr von 1.062 auf 2.406 angestiegen, wie vom Leiter von Open Doors Deutschland e.V., Markus Rode, in einem Interview bekanntgegeben wurde.

Nordkorea weiterhin Spitzenreiter im Weltverfolgungsindex

Nordkorea kommt zu der zweifelhaften Ehre, bereits zum 14. Mal in Folge den Weltverfolgungsindex anzuführen. Der Diktator Kim Jong-un zeigt sich immer wieder als totalitärer Herrscher und duldet keinerlei Religion in seinem Land. Entsprechend geht er massiv gegen Christen vor, lässt sie systematisch aufspüren und verfolgen. Experten schätzen, dass sich zehntausende Christen in den grausamen Arbeitslagern in Nordkorea befinden. Viele von ihnen sterben an den Folgen der Zwangsarbeit, an Folter oder Unterernährung.

Ein Urlaubsparadies auf Platz 13 im Weltverfolgungsindex

Denkt man an die Malediven, kommt einem sicherlich als erstes endlose Sandstrände, Meeresrauschen und kristallklares Wasser in den Sinn. Auf traurige Weise überraschend ist es hingegen, dass das Urlaubsparadies auf Rang 13 in dem Index aufgeführt ist. Dramatische Zustände herrschen für Christen, die in diesem Urlaubsparadies leben. Menschen, die von der Staatsreligion Islam zum Christentum konvertieren, müssen in der Regel damit rechnen, von ihren Familien verstoßen zu werden. Möchte man auf den Malediven seinen Glauben ausleben, wird jeder Versuch seitens der Behörden im Keim erstickt. Dies geht sogar so weit, dass Christen die Staatsbürgerschaft entzogen wird. Aus diesem Grund müssen Christen auf den Malediven versteckt im Untergrund leben.

Politik in der Handlungspflicht

Wie von Open Doors erklärt wurde, solle der Weltverfolgungsindex mehr sein als eine reine Statistik. Zuallererst solle er den Menschen eine Stimme verleihen, die ihrem fundamentalen Menschenrecht auf Religionsfreiheit - oft fernab der Welt- und Medienöffentlichkeit – beraubt wurden und vielfach nur im Untergrund überleben können. Bei Christen handele es sich um die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft der Welt. Aus diesem Grund seien Kirchen und Politiker gefordert, ihre Anstrengungen zur Unterstützung und zum Schutz verfolgter Christen weltweit deutlich zu intensivieren.

 

Quelle: Bild.de

Das könnte Sie auch interessieren: